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Diginauten Weekly KW 36: Google zeigt Ihnen endlich, wie Sie in der KI-Suche dastehen

Willkommen beim Diginauten Weekly. Einmal pro Woche schauen wir uns an, was im Bereich SEO und GEO passiert ist und ordnen für Sie ein, was für Ihren Betrieb zählt. Darum geht’s diese Woche: Google zeigt jedem Website-Betreiber zum ersten Mal, wie er in den KI-Antworten dasteht. Ein Spam-Update hat im August ein Sechstel der Spitzenplätze aus den Ergebnissen geräumt. Reddit verschwindet aus den Quellenangaben von ChatGPT (und der Grund dahinter ist lehrreicher als die Zahl). Dazu eine Umstellung, die Rankingberichte unzuverlässig macht, ein Standard, der Websites für KI-Agenten bedienbar macht, und eine Frist für Shops, die schneller kommt als gedacht.

KI-Leistungsbericht in der Google Search Console

Seit einem Jahr stellen uns Kunden dieselbe Frage, und wir konnten sie nie sauber beantworten: Komme ich in den KI-Antworten überhaupt vor? Es gab Schätzungen, es gab Werkzeuge, die Geld dafür verlangen, es gab Stichproben von Hand. Eine belastbare Auskunft gab es nicht.

Das hat sich am 31. August geändert. Google hat die Ausrollung zweier neuer Funktionen in der Search Console abgeschlossen, weltweit und für jede Website.

  1. Leistungsbericht: Dieser Bericht für die generativen Funktionen zeigt, wie Ihre Seiten in den KI-Antworten, im KI-Modus und in den AI Overviews abschneiden, aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitverlauf.
  2. Schalter: Damit können Sie die Nutzung Ihrer Inhalte für diese Funktionen abschalten, entweder als verlinkte Quelle oder als Grundlage für die Antwort. Google erklärt ausdrücklich, dass ein solcher Widerspruch nicht als Rangsignal in der normalen Suche verwendet wird.

Bevor Sie sich freuen, kommt hier auch gleich die Einschränkung: Der Bericht von Google enthält keine Klickdaten und keine Suchanfragen. Sie sehen, dass Sie sichtbar sind. Sie sehen nicht, wodurch, und Sie sehen nicht, was es bringt.

Unsere Empfehlung ist trotzdem eindeutig: Sehen Sie sich den Bericht an, denn er kostet nichts und beantwortet eine Frage, für die Sie sonst ein Abo abschließen müssten. Den Schalter dagegen lassen Sie liegen. Wer widerspricht, verschwindet aus den KI-Antworten und bekommt von dort auch keine Zugriffe mehr. Für einen Verlag, der von Reichweite lebt und sich bestohlen fühlt, kann das eine begründete Entscheidung sein. Für einen Betrieb, der gefunden werden will, ist es die falsche.

Der Zeitpunkt ist übrigens kein Zufall. Die EU-Kommission befragt derzeit Verlage, ob Googles Angebot eines Widerspruchsrechts überhaupt etwas taugt, die Antwortfrist lief bis zum 28. August. Die Hauptpflichten greifen zum 3. Dezember 2026. Was Google hier als Angebot präsentiert, ist zu einem guten Teil Erfüllung einer Auflage.

Google-Spam-Update hat härter zugeschlagen als zuvor

Zwischen dem 18. und 21. August lief das dritte Spam-Update des Jahres. Google macht dazu wie üblich keine inhaltlichen Angaben, die Auswertung von SE Ranking liefert aber Zahlen, die aufhorchen lassen:

Im Visier standen nach übereinstimmenden Einschätzungen massenhaft erzeugte Inhalte ohne eigenen Informationswert, das Ausnutzen abgelaufener Domains für Weiterleitungstricks und das Hochskalieren von Inhalten zur Manipulation der Ergebnisse.

Dazu passt eine Auswertung von Ahrefs, die in derselben Woche die Runde machte. Der Anbieter hat 331.000 Seiten durch den eigenen Erkenner für maschinell erzeugte Texte laufen lassen. Ergebnis: 5,3 Prozent der Treffer auf den ersten drei Plätzen bestehen vollständig aus KI-Text, und auch bei sehr hohem KI-Anteil landen noch 40 Prozent der Seiten im Index, gegenüber 49 Prozent bei niedrigem Anteil. Einen harten Schnitt gibt es also nicht. Zwei Vorbehalte sollten wir aber natürlich erwähnen. Ahrefs misst mit dem eigenen Werkzeug, und als Anbieter hat die Firma ein Interesse daran, dass niemand aufhört, Inhalte zu produzieren.

Wichtig: Wir sagen es seit zwei Jahren, jetzt gibt es Zahlen dazu: Es gibt keine Strafe für den Einsatz von KI. Es gibt eine Strafe für belanglose Texte, und die entstehen häufiger, wenn eine Maschine sie ohne Aufsicht schreibt. Genau das dürfte im August getroffen worden sein, die Masse ohne Substanz und nicht das Werkzeug.

Falls Ihre Zahlen im August eingebrochen sind, prüfen Sie zuerst das Zeitfenster. Fällt der Rückgang in diese vier Tage, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Grund gefunden. Panik ist trotzdem der falsche Reflex. Ein Spam-Update ist kein Core Update, es richtet sich gegen Verstöße gegen die Richtlinien und nicht gegen die allgemeine Bewertung von Qualität. Wer ordentlich arbeitet, ist selten betroffen.

Google verlinkt Suchergebnisse nicht mehr direkt

Am 26. August hat Google bestätigt, dass Treffer in den Suchergebnissen künftig über eine Zwischenadresse laufen, erkennbar an der Form google.com/goto mit einem verschlüsselten Kürzel. Erst von dort geht es weiter auf die eigentliche Seite. In Deutschland taucht das bisher nur vereinzelt auf, in anderen Regionen ist die Umstellung fast vollständig.

Für Sie als Website-Betreiber ändert sich beim Klicken nichts. Betroffen sind die Werkzeuge, mit denen Agenturen und Dienstleister Rankings messen, denn die müssen jetzt jeder Weiterleitung einzeln folgen. Nach Branchenangaben sind dafür 500 bis 1.000 Abrufe nötig, um die Treffer zu einem einzigen Suchbegriff aufzulösen. Der Datenanbieter DataForSEO meldete bereits zwei Tage später, dass er praktisch alle Adressen wieder auflösen kann.

Was das praktisch heißt: Rankingberichte aus Werkzeugen können in den nächsten Wochen lückenhaft werden. Die Search Console liefert die Daten aus erster Hand und ist von der Umstellung nicht betroffen. Bemerkenswert bleibt die Richtung. Google erschwert das maschinelle Auslesen der eigenen Ergebnisse in genau dem Moment, in dem KI-Systeme davon leben.

Die KI-Antwort klappt sich jetzt von selbst auf

Bei bestimmten Anfragen zeigt Google die KI-Antwort nicht mehr eingeklappt, sondern automatisch in voller Länge. Die organischen Treffer rutschen dadurch weiter nach unten. Noch ist nicht klar, wie umfangreich diese Änderung von Google umgesetzt wird. Wir beobachten das auf jeden Fall weiter und berichten erneut, wenn es hierzu belastbare Zahlen oder offizielle Aussagen gibt. Fakt ist, dass organische Suchergebnisse noch mal ein weiteres Stückchen nach hinten verdrängt werden, sodass es umso wichtiger ist, ein gutes Ranking auf Seite 1 zu erzielen.

Reddit verschwindet aus den Quellen von ChatGPT

Mehrere Messwerkzeuge meldeten in den vergangenen Wochen dasselbe. Reddit hielt vom 18. Juli bis zum 7. August stabil rund 3,8 Prozent aller Quellenangaben in der ChatGPT-Suche, ab dem 14. August fiel der Anteil auf etwa 0,5 Prozent. Laut Promptwatch ist das ein Rückgang um 86 Prozent. Die Ursache ist aber noch nicht vollständig geklärt.

Die naheliegende Erklärung wäre eine Sperre, allerdings ist das falsch. In der Woche des Einbruchs war noch etwa jede vierte Seite, die ChatGPT beim Recherchieren aufrief, ein Reddit-Beitrag. Das System liest Reddit weiter, es nennt die Beiträge nur nicht mehr.

Der SEO-Fachmann Suganthan Mohanadasan hat sich angesehen, wie ChatGPT dabei tatsächlich vorgeht, und beschreibt zwei Beobachtungen, die mehr erklären als jede Prozentzahl.

  1. Die Abfragen an Reddit erhielten bereits konkrete Markennamen. Gefragt wurde also nicht, welche Anbieter gut sind, sondern was Leute über die bereits ausgewählten sagen.
  2. Herstellerseiten wurden mit 30 Tagen abgefragt, Reddit mit 365 Tagen, bei einer örtlichen Suchanfrage sogar mit 3.650 Tagen.

Seine Vermutung ist eine eingebaute Spam-Abwehr, denn zehn Jahre Beitragsverlauf machen frisch gekaufte Empfehlungen wertlos.

Unterm Strich verteilt sich die Arbeit so: Reddit liefert das Urteil, die Nennung bekommt die Herstellerseite.

Wenn ein System bereits mit Markennamen in der Tasche nach Meinungen sucht, dann entscheidet sich vorher, ob Sie überhaupt zur Auswahl gehören. Die Meinungen, die dann zählen, stammen aus Jahren, nicht aus dieser Woche. Wer jetzt anfängt, freundliche Forenbeiträge über sich schreiben zu lassen, kommt zehn Jahre zu spät und läuft in genau die Falle, die dort offenbar eingebaut ist. Was hilft, ist unspektakulär und langsam: dafür sorgen, dass echte Kunden über Sie sprechen, und zwar dauerhaft.

WebMCP: Websites bieten KI-Agenten fertige Werkzeuge an

Unter dem Namen WebMCP hat OpenAI einen offenen Standard vorgestellt, mit dem eine Website Agenten definierte Aktionen anbietet, statt sie durch die eigene Oberfläche raten zu lassen. Der Betreiber legt fest, was ein Agent darf. Der Browser in ChatGPT unterstützt das bereits, heikle Schritte wie Käufe brauchen weiterhin eine Bestätigung. Die technische Dokumentation ist öffentlich.

Millionen Shopify-Shops sind nach Angaben des Anbieters bereits dafür ausgerüstet, Expedia, Instacart und Target testen den Standard.

Unsere Meinung? Wir halten das für die weitreichendste Entwicklung dieser Woche und sagen im selben Atemzug, dass niemand jetzt etwas umbauen muss. Der Standard ist ausdrücklich experimentell, er kommt bislang von einem einzigen Anbieter, und ob Google mit demselben oder einem eigenen nachzieht, weiß derzeit niemand.

Was sich trotzdem ändert, ist die Frage, die man an eine Website stellt. Bisher lautete sie: Werde ich gefunden und genannt? Dazu kommt jetzt: Kann ein Programm auf meiner Seite etwas erledigen, einen Termin buchen, eine Verfügbarkeit prüfen, eine Anfrage stellen? Wer in den nächsten Monaten ohnehin an seiner Seite arbeitet, sollte die Frage mitnehmen.

Jede vierte Antwort in ChatGPT enthält inzwischen Werbung

Die Werbeplattform von OpenAI ist seit dem 24. August in 31 europäischen Ländern verfügbar, darunter Deutschland.

Ausgespielt wird bei kostenlosen Konten, bei Go-Abos und bei nicht angemeldeten Nutzern. Wer Plus oder Pro bezahlt, sieht keine Werbung. Der Zugang läuft zunächst über OpenAI selbst und über Partneragenturen, eine Selbstbedienungsoberfläche ist für das laufende Quartal angekündigt.

Wenn Sie überlegen, dort zu werben: Sie erreichen damit nicht die Gruppe, die ChatGPT am intensivsten nutzt, denn die zahlt und bleibt werbefrei. Solange der Zugang nur über Agenturen läuft, ist es für einen kleinen Betrieb ohnehin keine Option. Abwarten ist hier die richtige Antwort. Die Nachricht hinter der Nachricht ist eine andere: Vor einem Jahr war ChatGPT ein werbefreier Raum. Der Platz in einer KI-Antwort wird knapper und teilweise käuflich, genau wie es bei Google gelaufen ist.

Neue Pflicht-Label für Shops ab dem 27. September

Ab dem 27. September 2026 müssen alle Händler, die physische Waren an Verbraucher verkaufen, einen standardisierten Hinweis auf die gesetzliche Gewährleistung zeigen. Dazu kommt ein produktbezogenes Garantielabel, wenn der Hersteller eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie über zwei Jahre hinaus gibt. Das gilt für Onlineshops, Apps, Marktplätze und den Laden. Rechtsgrundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960, eine gute Übersicht dazu liefern der Händlerbund und eRecht24.

Die Label sind vorgegeben und dürfen nicht verändert werden, im Shop nur in den festgelegten Farben. Der Gewährleistungshinweis muss gut sichtbar auf der Produktseite oder im Bestellvorgang stehen.

Unser Rat: Wenn Sie das ohnehin einbauen müssen, fassen Sie die Produktseite gleich mit an, dort entscheidet sich, ob Google und die KI-Systeme verstehen, was Sie verkaufen. Fangen Sie bei den Produkten an, die Umsatz bringen, nicht beim ersten Buchstaben des Katalogs. Zwei Fallen sehen wir kommen: die Ladezeit, wenn Label als Bilder in jede Kategorieübersicht wandern, und die Versuchung, das Garantielabel überall zu zeigen, obwohl es nur unter engen Bedingungen zulässig ist. Für die Beurteilung Ihres Einzelfalls fragen Sie bitte einen Anwalt, da dies keine Rechtsberatung darstellt.

Unsere Einordnung zur Woche

Diese Woche wurde die Suche neu vermessen, und zwar in beide Richtungen. Zum ersten Mal kann jeder Website-Betreiber sehen, wie er in den KI-Antworten dasteht. Im selben Zeitraum verschwand ein Sechstel der Spitzenplätze aus den Ergebnissen, wurde das maschinelle Auslesen der Ergebnisse erschwert und die KI-Antwort größer.

Was daraus für Ihren Betrieb folgt, ist weniger dramatisch, als die Zahlen klingen. Die Werkzeuge, mit denen wir Sichtbarkeit messen, werden gerade unzuverlässiger, und die Quelle aus erster Hand wird wichtiger. Wir helfen Ihnen gerne dabei, die Search Console einzurichten und die Zahlen auszuwerten.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Website in Google und in der KI-Suche tatsächlich dasteht, sehen wir uns das gemeinsam an. Wir arbeiten mit inhabergeführten Betrieben, die gefunden werden wollen, ohne dafür eine Marketingabteilung zu unterhalten. Schreiben Sie uns, dann sprechen wir darüber.

Maria Lengemann
Über die Autorin
Maria Lengemann
Geschäftsführerin · Diginauten

Maria Lengemann ist seit 2009 als Texterin und Content-Strategin selbstständig und verantwortet bei den Diginauten die redaktionelle Arbeit. Aus 17 Jahren Praxis kennt sie den Satz, der nur zu einer bestimmten Marke passt.

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Jeden Donnerstag fassen wir zusammen, was sich in Google, in der KI-Suche und im Marketing bewegt hat, mit Quellen und unserer Einordnung.

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