SEO

Keyword-Recherche: die richtigen Suchbegriffe finden

Kurz erklärt. Bei der Keyword-Recherche finden Sie systematisch heraus, mit welchen Begriffen Ihre künftigen Kunden tatsächlich suchen. Sie ersetzt die Vermutung durch Zahlen und ist der Schritt, der noch vor dem ersten geschriebenen Satz kommt.

In den meisten Betrieben läuft es umgekehrt. Jemand schreibt einen Text über das, was der Firma wichtig erscheint, und hofft, dass er gefunden wird. Das Ergebnis sind Seiten über den „ganzheitlichen Ansatz“ und die „Firmenphilosophie“, während niemand danach sucht. Die folgende Anleitung zeigt den Weg, den wir bei Kundenprojekten tatsächlich gehen, Schritt für Schritt.

Schritt 1: Sammeln Sie Ihre Ausgangsbegriffe

Am Anfang steht kein Werkzeug, sondern eine schlichte Liste. Schreiben Sie auf, was Sie verkaufen, und zwar in den Worten Ihrer Kunden, nicht in Ihren eigenen Fachbegriffen. Ein Dachdecker verkauft keine „Bedachungssysteme“, seine Kunden suchen nach „Dach neu decken Kosten“.

Diese vier Quellen liefern die besten Ausgangsbegriffe.

Zwanzig bis dreißig Begriffe reichen für den Anfang völlig aus. Diese Liste ist Ihr Rohmaterial, noch keine Strategie.

Schritt 2: Erweitern Sie die Liste mit echten Suchanfragen

Jetzt kommt der Teil, für den Sie kein bezahltes Werkzeug brauchen. Google selbst verrät Ihnen, wonach Menschen suchen.

Aus zwanzig Ausgangsbegriffen werden auf diesem Weg schnell hundert oder mehr. Erst danach lohnt sich der Blick auf die Zahlen.

Schritt 3: Prüfen Sie Suchvolumen und Wettbewerb

Erst jetzt kommen Werkzeuge ins Spiel, etwa der Google Keyword Planner, Sistrix oder vergleichbare Anbieter. Sie zeigen Ihnen, wie oft ein Begriff im Monat gesucht wird und wie hart der Wettbewerb darum ist.

Zwei Denkfehler sind hier verbreitet. Der erste ist die Jagd nach den größten Zahlen. Ein Begriff mit 10.000 Suchanfragen im Monat nützt Ihnen nichts, wenn dort seit Jahren große Portale mit hunderten Verweisen stehen. Der zweite Denkfehler ist, kleine Zahlen abzuwerten. Ein Suchbegriff mit fünfzig Anfragen im Monat, hinter dem eine klare Kaufabsicht steht, bringt mehr Aufträge als tausend beiläufige Klicks. Wie Sie die Zahlen im Einzelnen einordnen, erklären wir ausführlich im Leitfaden zu SEO-Keywords und Google-Ranking.

Schritt 4: Schauen Sie sich an, was Google bereits anzeigt

Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist der aufschlussreichste. Geben Sie Ihren Wunschbegriff in die Suche ein und sehen Sie sich die erste Ergebnisseite genau an. Sie beantwortet zwei Fragen auf einmal.

Schritt 5: Ordnen Sie jedem Begriff genau eine Seite zu

Das ist der Schritt, der aus einer Liste eine Struktur macht, und genau hier scheitern die meisten Betriebe. Legen Sie eine einfache Tabelle an, in der jede Zeile einen Suchbegriff enthält, dazu die Seite, die dafür ranken soll, und die Absicht dahinter.

Die Regel dabei ist streng. Ein Hauptbegriff gehört zu genau einer Seite. Sobald zwei Ihrer eigenen Seiten um denselben Begriff kämpfen, konkurrieren Sie mit sich selbst, und Google entscheidet sich häufig für keine von beiden. Fachleute nennen das Kannibalisierung. Falls Sie beim Zuordnen merken, dass Sie bereits drei Seiten zum selben Thema haben, führen Sie diese zu einer starken Seite zusammen und leiten Sie die anderen darauf weiter.

So sieht eine solche Zuordnung in der Praxis aus, hier am Beispiel eines Malerbetriebs:

SuchbegriffZielseite und Absicht dahinter
maler oberviechtachStartseite.
Der Suchende will einen Betrieb in der Nähe finden.
wohnung streichen kostenRatgeber im Blog.
Der Suchende will den Preisrahmen abschätzen.
fassade streichen lassenLeistungsseite Fassade.
Der Suchende will einen Auftrag vergeben.
welche farbe schlafzimmerRatgeber im Blog.
Der Suchende sucht Orientierung, noch ohne Auftrag.
maler notdienstLeistungsseite, falls angeboten.
Der Suchende hat sofortigen Bedarf.

An dieser Tabelle sieht man sofort, warum eine einzige Seite nicht alles abdecken kann. Die Absichten sind zu unterschiedlich. Eine Seite, die gleichzeitig informieren und verkaufen will, überzeugt bei beidem nicht.

Schritt 6: Planen Sie in Themen statt in Einzelbegriffen

Google bewertet heute vor allem, ob Sie ein Thema umfassend abdecken. Einzelne Wörter zählen dabei längst weniger als früher. Gruppieren Sie Ihre Begriffe deshalb zu Themenfeldern. Ein umfassender Hauptbeitrag deckt das Thema in der Breite ab, mehrere kleinere Beiträge vertiefen einzelne Teilfragen und verweisen auf den Hauptbeitrag zurück.

Diese Struktur zahlt doppelt ein. Sie hilft Ihnen bei Google, und sie macht Ihre Inhalte für KI-Systeme leichter erfassbar, weil klar erkennbar wird, wofür Sie fachlich stehen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zu GEO und der Optimierung für KI-Suchmaschinen.

Welche Werkzeuge Sie wirklich brauchen

Die Auswahl an Keyword-Werkzeugen ist groß, der Unterschied zwischen ihnen kleiner, als die Anbieter behaupten. Für den Anfang kommen Sie ohne Kosten aus, ab einem gewissen Punkt sparen bezahlte Werkzeuge allerdings viel Zeit. Diese Übersicht zeigt, wofür Sie was brauchen.

WerkzeugWofür es taugt und was es kostet
Google Search ConsoleZeigt, für welche Begriffe Ihre Seite bereits erscheint und auf welchem Platz.
Kostenlos. Die wichtigste Quelle, sobald eine Website existiert.
Google-Suche selbstAutovervollständigung, verwandte Suchanfragen und der Kasten „Ähnliche Fragen“.
Kostenlos. Liefert echte Formulierungen statt geschätzter Zahlen.
Google Keyword PlannerSuchvolumen und verwandte Begriffe, allerdings in groben Spannen.
Kostenlos mit Google-Ads-Konto, ohne aktive Kampagne stark eingeschränkt.
Sistrix, Ahrefs, SemrushSuchvolumen, Wettbewerbsstärke und die Frage, wofür Mitbewerber ranken.
Ab etwa 100 Euro im Monat. Lohnt sich bei laufender Content-Arbeit.
AnswerThePublicSammelt Fragen rund um ein Thema, gut für Longtail und FAQ-Abschnitte.
Eingeschränkt kostenlos nutzbar.

Unsere Empfehlung für den Start: Search Console und die Google-Suche selbst. Beide kosten nichts und liefern die belastbarsten Hinweise, weil sie echtes Suchverhalten abbilden statt Hochrechnungen. Ein bezahltes Werkzeug lohnt sich erst, wenn Sie regelmäßig Inhalte planen und den Wettbewerb systematisch beobachten wollen.

Die ergiebigste Quelle ist Ihre eigene Search Console

Wenn Ihre Website schon eine Weile läuft, brauchen Sie für die wertvollsten Begriffe kein Werkzeug von außen. Google verrät Ihnen kostenlos, für welche Suchanfragen Sie bereits erscheinen, wie oft und auf welchem Platz. Genau dort liegen die schnellsten Erfolge.

Öffnen Sie in der Search Console den Leistungsbericht und gehen Sie so vor.

  1. Blenden Sie neben Klicks und Impressionen auch die durchschnittliche Position ein.
  2. Sortieren Sie nach Impressionen und suchen Sie Begriffe mit einer Position zwischen 8 und 25.
  3. Notieren Sie, welche Ihrer Seiten für diese Begriffe erscheint.

Diese Kombination ist Gold wert. Eine Seite auf Position 15 wird bereits angezeigt, Google hält sie also für relevant, sie schafft es nur nicht auf die erste Ergebnisseite. Hier reicht oft eine Überarbeitung, um den Sprung zu machen, während ein völlig neuer Beitrag von vorne anfangen müsste.

Achten Sie dabei auf zwei Dinge. Suchbegriffe mit vielen Impressionen und einer Position jenseits der 60 sind meist stark umkämpfte Hauptbegriffe, die Sie ohne entsprechende Autorität nicht gewinnen. Alte Adressen, die per Weiterleitung auf eine neue Seite zeigen, erscheinen im Bericht ebenfalls als eigene Zeile. Rechnen Sie deren Impressionen der Zielseite zu, sonst unterschätzen Sie Ihre stärksten Inhalte.

Lokale Suchbegriffe richtig recherchieren

Wenn Sie ein festes Einzugsgebiet bedienen, gelten ein paar Besonderheiten, die in den meisten Anleitungen fehlen.

Wie lokale Sichtbarkeit im Detail funktioniert, steht im Beitrag zur lokalen Suchmaschinenoptimierung.

Die häufigsten Fehler bei der Keyword-Recherche

Was sich bei der Keyword-Recherche durch die KI-Suche ändert

Die Grundlagen bleiben bestehen, ein Punkt verschiebt sich allerdings deutlich. Menschen stellen KI-Systemen längere, ausformulierte Fragen, während sie bei Google zwei Stichworte eintippen. Statt „Steuerberater Weiden“ heißt es dann „Welcher Steuerberater in der Nähe von Weiden kennt sich mit Handwerksbetrieben aus?“.

Für Ihre Recherche bedeutet das, dass Sie ganze Fragen mit aufnehmen sollten, nicht nur kurze Begriffe. Der Kasten „Ähnliche Fragen“ aus Schritt 2 ist dafür die beste kostenlose Quelle. Wer diese Fragen auf seiner Seite klar und knapp beantwortet, wird von KI-Systemen deutlich häufiger als Quelle herangezogen.

Häufige Fragen zur Keyword-Recherche

Wie oft sollte ich eine Keyword-Recherche machen?

Einmal gründlich zu Beginn, danach etwa einmal im Jahr zur Überprüfung. Zusätzlich immer dann, wenn Sie eine neue Leistung aufnehmen oder ein neues Einzugsgebiet erschließen.

Brauche ich ein kostenpflichtiges Werkzeug?

Für den Einstieg nicht. Die Google-Vorschläge, die verwandten Suchanfragen und die Search Console liefern viel. Sobald Sie regelmäßig Inhalte planen und Ihren Wettbewerb einschätzen wollen, sparen bezahlte Werkzeuge allerdings viel Zeit.

Wie viele Keywords gehören auf eine Seite?

Ein Hauptbegriff und einige verwandte Nebenbegriffe, die natürlich im Text vorkommen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass die Seite die dahinterliegende Frage vollständig beantwortet.

Was mache ich, wenn mein Wunschbegriff zu stark umkämpft ist?

Gehen Sie ins Detail. Statt „Marketing“ nehmen Sie „Marketing für Handwerksbetriebe“, statt „Anwalt“ nehmen Sie „Anwalt Arbeitsrecht Amberg“. Diese längeren Begriffe haben weniger Suchvolumen, dafür deutlich klarere Absichten und meist schwächeren Wettbewerb.

Zählen Keywords in Zeiten von KI überhaupt noch?

Ja. Sowohl Google als auch KI-Systeme müssen erkennen, worum es auf Ihrer Seite geht. Die Sprache Ihrer Kunden zu treffen bleibt dafür die Grundlage, die Formulierungen werden nur länger und fragenähnlicher.

Welches kostenlose Werkzeug liefert die besten Ergebnisse?

Die Google Search Console, sofern Ihre Website bereits läuft. Sie zeigt echte Suchanfragen, für die Sie schon erscheinen, samt Position. Das ist verlässlicher als jede Hochrechnung, weil es Ihr tatsächliches Suchumfeld abbildet. Ergänzend liefern die Autovervollständigung und der Kasten „Ähnliche Fragen“ die Formulierungen, die Menschen wirklich eingeben.

Wie erkenne ich, ob sich ein Suchbegriff überhaupt lohnt?

Drei Fragen entscheiden das. Passt die Absicht hinter der Suche zu dem, was Sie anbieten? Stehen auf der ersten Ergebnisseite auch kleinere Anbieter oder ausschließlich große Portale? Würde ein Besucher über diesen Begriff bei Ihnen tatsächlich anfragen? Erst wenn alle drei Antworten passen, lohnt sich die Arbeit an diesem Begriff.

Wenn Sie gerade erst einsteigen, lesen Sie zuerst unseren Überblick Was ist SEO?. Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet lohnt sich zusätzlich der Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit.

Sie möchten wissen, mit welchen Begriffen Ihre Kunden Sie heute schon finden könnten? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Zahlen und sagen Ihnen ehrlich, wo der schnellste Hebel liegt.

Quellen

Maria Lengemann
Über die Autorin
Maria Lengemann
Geschäftsführerin · Diginauten

Maria Lengemann ist seit 2009 als Texterin und Content-Strategin selbstständig und verantwortet bei den Diginauten die redaktionelle Arbeit. Aus 17 Jahren Praxis kennt sie den Satz, der nur zu einer bestimmten Marke passt.

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