Erst etwas mehr als drei Jahre ist es her, dass ChatGPT auf den Markt kam. Seitdem haben der Chatbot und seine Konkurrenten das Internet spürbar verändert. Die Künstliche Intelligenz hilft beim Lernen, löst schwierige Rechenaufgaben und beantwortet sämtliche Fragen, wenn auch nicht immer richtig. Zahlreiche Menschen nutzen ChatGPT deswegen ähnlich wie eine Suchmaschine und bekommen die gewünschten Informationen in angenehmen Häppchen in zusammengefasster Form präsentiert. Doch was bedeutet das für Google und ganz konkret für Sie als Webseitenbetreiber?
Google bleibt beliebteste Suchmaschine
Google war lange der unangefochtene Spitzenreiter auf dem Suchmaschinenmarkt. Aufgrund von Marktanteilen von oft über 90 Prozent spielten Mitbewerber stets nur eine Nebenrolle. An dieser Vorreiterstellung änderte sich auch im Jahr 2025 erst einmal nichts. Welches Potenzial in der zweitgrößten Suchmaschine steckt, zeigt unser Beitrag zur SEO-Strategie für Bing. Mit der wachsenden Beliebtheit von ChatGPT wird aber deutlich, dass sich auch der Tech-Riese auf die größer werdende Konkurrenz einstellen muss. Wie Google darauf antwortet, war auf der Entwicklerkonferenz zu sehen, nachzulesen in unserem Rückblick auf die Google I/O 2025.
ChatGPT gewinnt immer mehr neue Nutzer
Mittlerweile nutzen rund 800 Millionen Menschen pro Woche ChatGPT. Ob diese Reichweite auch zu Kunden führt, hat eine Studie untersucht, die wir im Beitrag Bringt Sichtbarkeit in ChatGPT wirklich Kunden? auswerten. Wenn man bedenkt, dass es im November 2022 noch etwa eine Million pro Woche waren, ist das eine enorme Steigerung.
Natürlich verwendet nur ein Teil dieser Nutzer ChatGPT als Suchmaschine. Viele schicken ganz andere Anfragen. Zum Beispiel lassen sie sich Texte übersetzen oder Vorschläge für die nächste Geburtstagsparty machen. Komplett vergleichbar sind die beiden Dienste also nicht. In Konkurrenz zueinander stehen sie trotzdem.
Das wird auch für Webseitenbetreiber spürbar, denn viele Klicks gehen verloren, wenn ChatGPT die direkte Antwort liefert und keine Verlinkung auf eine Quelle notwendig ist oder die verlinkte Quelle nicht angeklickt wird, weil bereits alle Fragen beantwortet worden sind.
Google setzt verstärkt auf KI
Wie Google die Bedrohung durch ChatGPT selbst einschätzt, lässt sich am Handeln des Konzerns erahnen. Der setzt nämlich auch selbst immer mehr auf den Einsatz von KI. Das zeigt sich zum einen in der KI-Übersicht, die neuerdings über der normalen Google-Suche erscheint, und im eigenen Sprachmodell, Gemini. Für Webseitenbetreiber sollte das ein klares Signal sein: Google sattelt um und das sollten Sie auch tun!
Bisher ist es weiterhin möglich, organische Klicks über die normale Google-Suche und die SERPs zu erzielen. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, den eigenen Content auch für die KI-Modelle zu optimieren, sodass Sie zum Beispiel in der KI-Übersicht von Google oder von ChatGPT erwähnt werden. Für die Erstellung von guten Texten können Sie sich gerne an uns wenden.
Wie ChatGPT sucht: Trainingsstand und Live-Suche
Um zu verstehen, wann Ihre Website in einer ChatGPT-Antwort vorkommt, hilft ein Blick auf die Funktionsweise. ChatGPT ist ein Sprachmodell. Es hat aus sehr großen Textmengen gelernt, welches Sprachstück auf ein anderes am wahrscheinlichsten folgt, und setzt seine Antwort Stück für Stück daraus zusammen. Nachgeschlagen wird dabei nichts, solange das Modell nicht ausdrücklich im Web sucht. Informationen über Ihren Betrieb gelangen deshalb auf zwei Wegen in eine Antwort: über den Trainingsstand des Modells und über die Live-Suche.
Was steckt im Trainingsstand des Modells?
Jedes Modell hat einen Stichtag, bis zu dem Texte aus dem Web in das Training eingeflossen sind. Beim aktuellen Spitzenmodell GPT-6 Astra ist das laut OpenAI der 30.04.2026 (OpenAI, Modellkarte GPT-6 Astra). Wenn Sie danach Ihre Preise, Leistungen oder Öffnungszeiten geändert haben, existiert das im Gedächtnis des Modells nicht. Ein Kunde, der ohne Websuche fragt, bekommt Ihren Betrieb im besten Fall in der älteren Fassung beschrieben.
Wann sucht ChatGPT live im Web?
ChatGPT kann während einer Antwort im Web suchen. OpenAI beschreibt dafür drei Arbeitsweisen: die einfache Suche, bei der das Ergebnis eines Suchwerkzeugs weitergereicht wird, die agentische Suche, bei der das Modell mehrfach sucht und selbst entscheidet, ob es weitersucht, und die tiefe Recherche über viele Schritte (OpenAI, Dokumentation zum Web-Search-Tool). Die genutzten Seiten stehen als klickbare Quellen unter der Antwort, auch im kostenlosen Zugang. Sobald ChatGPT sucht, wird Ihre Website also zur Quelle, die genannt und verlinkt werden kann.
Für diese Suche betreibt OpenAI einen eigenen Crawler, den OAI-SearchBot, getrennt vom GPTBot für das Training. Wenn Sie den OAI-SearchBot in der robots.txt aussperren, erscheint Ihre Seite in den Suchantworten von ChatGPT nicht mehr (OpenAI, Übersicht der Crawler).
Warum entscheidet Ihre eigene Website darüber, was zitiert wird?
Die Live-Suche kann nur zitieren, was als geschlossene Aussage auf einer auffindbaren Seite steht. Sie braucht einen Absatz, der die Frage direkt beantwortet, mit Leistung, Ort und Bedingung an einer Stelle. In der Praxis scheitert das an drei Mustern:
- Die entscheidende Angabe kommt erst nach einer langen Hinführung.
- Sie steht nur in einer Grafik oder einem PDF.
- Mehrere Unterseiten nennen unterschiedliche Öffnungszeiten oder Einzugsgebiete.
Dann findet die Suche Ihre Seite, aber keinen Satz, den sie übernehmen kann.
Warum erfindet ChatGPT Fakten?
Der Fachbegriff dafür ist Halluzination, also eine sprachlich einwandfreie, inhaltlich frei erfundene Antwort. Ein System, das aus den wahrscheinlichsten Sprachstücken auswählt, bildet auch dann einen vollständigen Satz, wenn es zum Thema nie belastbare Daten gesehen hat. Besonders anfällig sind Angaben, die selten und uneinheitlich im Web stehen, und genau dort liegen die Daten kleiner Betriebe: Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Preisrahmen, Zertifikate. Findet das Modell zu Ihrem Notdienst nichts Eindeutiges, füllt es die Lücke mit dem, was bei ähnlichen Betrieben üblich ist. Aus unserer Arbeit mit Betrieben wissen wir, dass das Modell umso seltener raten muss, je klarer und einheitlicher die Fakten auf Ihrer Website und in Ihren Profilen stehen.
Sichtbarkeit behalten und GEO-Strategie entwickeln
GEO steht für Generative Engine Optimization. Damit ist die Optimierung Ihrer Webseite für KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini oder auch die Google AI-Overviews gemeint. Sie optimieren Ihre Inhalte hier für moderne KI-Systeme statt für den Algorithmus einer klassischen Suchmaschine. Dabei spielen vor allem die folgenden Faktoren eine Rolle:
- Autorität: KI-Modelle legen großen Wert auf Glaubwürdigkeit. Zuverlässige Quellen werden mit höherer Wahrscheinlichkeit von ChatGPT und Co. erwähnt. Auch eine starke Markenidentität kann Ihre Webseite in den Fokus der KI bringen.
- Aktualität: Achten Sie darauf, dass die Informationen auf Ihrer Webseite stets aktuell sind. Überarbeiten Sie also auch regelmäßig bereits bestehende Inhalte.
- Zugänglichkeit: Durch strukturierte Daten wie Schema Markup können Sie der KI helfen, die Inhalte auf Ihrer Webseite besser zu verstehen.
Darüber hinaus sollten Sie die Inhalte so gestalten, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie von der KI verwendet werden. Sinnvoll ist zum Beispiel ein FAQ-Bereich, in dem häufige Fragen gestellt und auch direkt beantwortet werden. Das gibt Ihrem Inhalt eine Struktur, die von der KI gut zu verstehen ist.
Auch Listen und Bulletpoints sind von Vorteil. Exakte Keywords sind hingegen deutlich weniger wichtig als bei SEO. Stattdessen sollten Sie darauf achten, semantische Zusammenhänge zu schaffen und Synonyme zu verwenden.
Darüber hinaus gilt weiterhin: Die Inhalte auf Ihrer Webseite sollten einzigartig und relevant sein. Verzichten Sie auf Lückenfüller und Geschwafel und investieren Sie in hochwertigen Content, der Ihren Lesern Mehrwert bietet. Das mögen nicht nur KI-Modelle, sondern auch die klassischen Suchmaschinen.
Hochwertiger Content mit Mehrfach-Wirkung
Die oben genannten GEO-Maßnahmen überschneiden sich mit Ihrer SEO-Strategie? Umso besser! Trotz des veränderten Suchverhaltens der Nutzer und des Aufschwungs von ChatGPT bleiben Google und somit auch SEO weiterhin relevant.
Im besten Fall optimieren Sie Ihren Content also sowohl für Google als auch für die gängigen KI-Modelle. Hochwertiger Content ist neben einer guten Strukturierung die Grundlage dafür. Wie sich beides verbinden lässt, steht im Beitrag zum SEO-Texte schreiben.
Häufige Fragen zu ChatGPT als Suchmaschine
Ist ChatGPT eine Suchmaschine?
Nicht im klassischen Sinn. Ohne aktive Websuche entsteht die Antwort allein aus dem Gelernten. Für die Suchfunktion crawlt OpenAI Webseiten aber mit einem eigenen Bot und zeigt die genutzten Seiten als Quellen an. In diesem Modus verhält sich ChatGPT wie eine Suchmaschine, die statt einer Trefferliste eine fertige Antwort liefert.
Woher hat ChatGPT sein Wissen?
Aus zwei Quellen: aus dem Training auf sehr großen Textmengen bis zu einem Stichtag und aus der Live-Websuche im Moment der Anfrage. Alles, was Sie nach dem Stichtag geändert haben, kommt nur über die Suche in eine Antwort.
Kann ich prüfen, was ChatGPT über meinen Betrieb sagt?
Ja, und das sollten Sie regelmäßig tun. Stellen Sie die Fragen eines Interessenten einmal mit und einmal ohne aktive Websuche und sehen Sie sich die Quellen unter der Antwort an. Korrigieren Sie dann die Fundstellen, die falsche Angaben enthalten.
Warum gibt ChatGPT auf dieselbe Frage unterschiedliche Antworten?
Weil die Auswahl des nächsten Sprachstücks eine Wahrscheinlichkeitsentscheidung ist und bewusst nicht immer gleich ausfällt. Dazu kommt, dass die Live-Suche zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Seiten findet. Prüfen Sie die Darstellung Ihres Betriebs deshalb mehrfach.
Bei jedem geschriebenen Wort ist es uns wichtig, den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden. Möchten Sie Ihren Lesern Informationen liefern oder Ihr Markenimage unterstreichen? Kontaktieren Sie uns und teilen Sie uns Ihre Pläne mit!