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Bringt Sichtbarkeit in ChatGPT wirklich Kunden? Was eine neue Studie zeigt

Eine Frage hören wir in fast jedem Erstgespräch, sobald es um KI-Suche geht. Ich sehe doch gar keinen Traffic aus ChatGPT, lohnt sich die ganze Arbeit an der KI-Sichtbarkeit überhaupt? Die ehrliche Antwort darauf ist unbequem. Der Einfluss von KI-Chatbots auf Kaufentscheidungen ist größer, als Ihre Web-Analyse zeigt. Wenn Sie sich allein auf die Zahlen im Reporting verlassen, unterschätzen Sie ihn, weil ein großer Teil dieses Traffics unter einem falschen Etikett bei Ihnen ankommt. Die Sorge dahinter ist berechtigt, denn wenn ein Kanal scheinbar keine Spuren hinterlässt, wirkt jede Investition darin wie Geldverbrennung. Die Erklärung liegt darin, wie Menschen die KI heute nutzen, und eine aktuelle Studie beziffert erstmals, wie stark dieser Effekt wirklich ist.

Warum der Einfluss von KI-Chatbots in Ihrer Web-Analyse verschwindet

Stellen Sie sich einen typischen Ablauf vor. Jemand fragt ChatGPT als Suchmaschine nach einem guten Anbieter, bekommt Ihre Marke genannt und merkt sie sich. Den Klick auf Ihre Website macht dieser Mensch dann oft erst später und über einen ganz anderen Weg. Er tippt Ihren Namen bei Google ein oder sucht nach dem Produkt, das der Chatbot empfohlen hat. In Ihrem Analyse-Tool sieht das nach einem gewöhnlichen Besuch aus der organischen Google-Suche aus, obwohl der Anstoß aus der KI kam.

Die Similarweb-Studie The Downstream Impact of AI Visibility hat diesen Weg über echte Clickstream-Daten nachgezeichnet, ausgewertet über die Monate Juli bis Dezember 2025 in den Branchen Finance, Travel und Beauty auf Basis eines Opt-in-Panels von US-Desktop-Nutzern. Nur rund 9 Prozent der Menschen rufen die Website direkt aus dem Chatbot auf. Rund 56 Prozent kommen über eine Suchmaschine. Genau deshalb erscheint KI-ausgelöster Traffic in der Web-Analyse häufig als organischer oder Branded-Search-Besuch und wird fälschlich Google zugeschrieben. Für Ihre Auswertung bedeutet das eine dauerhafte Verzerrung, die sich mit den üblichen Bordmitteln kaum auflösen lässt. Klein ist der Effekt dabei nicht, denn ChatGPT zählt inzwischen rund 1 Milliarde App-Nutzer pro Monat und Gemini rund 900 Millionen.

Wenn Sie nur auf die Quelle im Reporting schauen, schreiben Sie den Erfolg der KI-Sichtbarkeit oft der Google-Suche gut.

Was die Studie über echte Website-Besuche zeigt

Der wichtigste Wert der Studie betrifft die Frage, ob eine KI-Empfehlung überhaupt zu Besuchen führt. Menschen, die eine Marke von ChatGPT empfohlen bekamen, besuchten deren Website mit 2,5-fach höherer Wahrscheinlichkeit innerhalb von sieben Tagen. Die Empfehlung im Chat wirkt also messbar, auch wenn der Klick später und über einen Umweg passiert. Sieben Tage sind dabei ein enges Fenster, das den Zusammenhang zwischen Empfehlung und Besuch belastbar macht. Für lokale Betriebe und den Mittelstand ist das ein starkes Signal, wie auch diese GEO-Studie zum Mittelstand und KI-Sichtbarkeit zeigt.

KI prägt den Anfang der Kaufentscheidung und auch, welche Marken überhaupt in die engere Wahl kommen … lange, bevor überhaupt der erste messbare Klick entsteht.

Dieser frühe Kontakt erklärt, warum der Wandel der Suche für Ihre Sichtbarkeit so viel bedeutet. Wir haben an anderer Stelle beschrieben, wie KI-Agenten die digitale Suche verändern und die klassische Liste blauer Links ablösen. Wenn die KI am Anfang der Recherche steht, entscheidet sie mit, wer später überhaupt in Betracht kommt.

KI-beeinflusste Besucher verhalten sich anders

Der Einfluss von KI-Chatbots endet nicht mit dem Klick. Die Studie hat auch das Verhalten auf der Website verglichen und der Unterschied fällt deutlich aus. KI-beeinflusste Besucher schauen sich im Schnitt 12 Seiten an und bleiben 11,8 Minuten. Besucher ohne KI-Kontakt kommen auf 6,5 Seiten und 5,6 Minuten. Diese Menschen sind also besser vorinformiert und ernsthafter interessiert, weil die KI ihnen vorab schon die passende Richtung gegeben hat. Für Sie heißt das, dass ein einziger KI-beeinflusster Besucher deutlich mehr wert sein kann als ein flüchtiger Klick aus einer breiten Anzeige. Genau dieser Wert bleibt in einem Report unsichtbar, der nur die Quelle zählt.

Auch bei der Conversion zeigt sich der Einfluss von KI-Chatbots

Dass diese besser vorinformierten Menschen auch häufiger kaufen, belegt eine zweite Quelle. Adobe hat zum Amazon Prime Day 2026 in den USA ausgewertet, dass Menschen, die KI zur Produktrecherche nutzten, eine 40 Prozent bessere Conversion Rate hatten als über Suche, E-Mail und Social Media. Bemerkenswert ist die Entwicklung. Im Vorjahr war die KI-Conversion noch 23 Prozent schlechter. Innerhalb eines Jahres hat sich das Bild also gedreht. Aus einem schwachen Kanal ist einer der stärksten geworden. Auch hier tauchen viele dieser Käufe im Reporting nicht als KI-Erfolg auf, weil der letzte Klick über die Suche oder direkt erfolgt.

Was der Einfluss von KI-Chatbots für lokale Betriebe bedeutet

Für inhabergeführte Betriebe hat dieser Befund eine besondere Tragweite. Wenn Sie regional gefunden werden wollen, überzeugen Sie in der KI-Suche vor allem über die Klarheit der eigenen Informationen. Die räumliche Nähe allein reicht dafür nicht mehr aus. Ein Chatbot empfiehlt bevorzugt Anbieter, deren Angebot, Standort und Leistungen eindeutig beschrieben und leicht auffindbar sind. Fehlen diese Angaben oder liegen sie verstreut über viele Seiten, taucht Ihr Betrieb in der Empfehlung schlicht nicht auf, ganz gleich, wie gut Ihre Arbeit ist. Der frühe Kontakt aus der KI entscheidet damit schon mit, bevor ein Mensch überhaupt Ihre Website öffnet. Deshalb lohnt es sich, die Sichtbarkeit in Google und in der KI-Suche zusammen zu denken und beide als eine gemeinsame Aufgabe zu behandeln.

Was Sie tun können, wenn Sie den KI-Traffic kaum sehen

Aus all dem folgt eine klare Linie für die Praxis. Das reine Quell-Reporting verschluckt den Einfluss von KI-Chatbots strukturell, deshalb brauchen Sie zusätzliche Anhaltspunkte. Ein paar konkrete Schritte machen den blinden Fleck kleiner.

Der zweite Punkt ist der wirksamste Behelf gegen das Attributionsproblem. Fragen Sie Ihre Erstkäufer direkt. Wenn auffällig viele von ihnen ChatGPT, Gemini oder Perplexity nennen, haben Sie den Beweis in der Hand, den Ihnen kein Standard-Report liefert. Wie Sie darüber hinaus Ihre Inhalte für KI-Suchmaschinen optimieren und Ihre Webseite fit für AI-Overviews machen, haben wir in eigenen Beiträgen ausführlich beschrieben.

Die Kernbotschaft ist einfach. Der Einfluss von KI-Chatbots ist real und wächst, auch wenn Ihr Analyse-Tool ihn hinter Google verbirgt. Wenn Sie warten, bis der KI-Traffic sauber messbar wird, überlassen Sie den frühen Kontakt der Konkurrenz. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Betrieb in der KI-Suche heute steht und wie sichtbar Sie für ChatGPT und Co. sind, schauen wir im Erstgespräch gemeinsam drauf.

Maria Lengemann
Über die Autorin
Maria Lengemann
Geschäftsführerin · Diginauten

Maria Lengemann ist seit 2009 als Texterin und Content-Strategin selbstständig und verantwortet bei den Diginauten die redaktionelle Arbeit. Aus 17 Jahren Praxis kennt sie den Satz, der nur zu einer bestimmten Marke passt.

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