Damit ChatGPT Ihren Betrieb nennt, muss die KI Ihre Inhalte lesen können, sie als verlässlich einstufen und die passende Antwort darin finden. Diese Optimierung heißt KI-Suchmaschinenoptimierung, oft auch GEO oder AIO genannt. Sie besteht aus konkreten Maßnahmen, die Sie selbst umsetzen können.
Warum das Thema aufkommt und wie sich die Suche gerade verschiebt, haben wir im Beitrag zu ChatGPT als Suchmaschine beschrieben. Hier geht es heute wiederum um die reine Umsetzung. Wir verraten Ihnen, mit welchen sieben Schritten und in der Reihenfolge wir bei Kundenprojekten arbeiten.
Schritt 1: Lassen Sie die KI überhaupt auf Ihre Seite
Der häufigste Grund, warum ein Betrieb in KI-Antworten fehlt, ist unspektakulär. Die Systeme kommen technisch nicht an die Inhalte heran. Prüfen Sie deshalb zuerst zwei Dinge.
- Ihre robots.txt: Manche Baukästen und Sicherheits-Plugins sperren die Crawler der KI-Anbieter pauschal aus, etwa GPTBot, OAI-SearchBot oder PerplexityBot. Wenn Sie gefunden werden möchten, gehören diese Zugriffe erlaubt.
- Ihre Inhalte im Quelltext: Texte, die erst nach einem Klick erscheinen oder rein per JavaScript nachgeladen werden, sind für viele Systeme unsichtbar. Was zählt, muss direkt in der Seite stehen.
Diese Prüfung dauert zehn Minuten und entscheidet über alles Weitere. Ohne Zugang nützt auch der beste Text nichts.
Schritt 2: Beantworten Sie echte Fragen wörtlich
KI-Systeme suchen keine Keywords, sie suchen Antworten. Der wirksamste Hebel ist deshalb auch ganz schlicht. Formulieren Sie die Frage Ihrer Kunden als Zwischenüberschrift und geben Sie die Antwort direkt darunter, in zwei bis vier klaren Sätzen. Erst danach folgen Erklärung, Beispiel und Einordnung.
Ein Dachdecker schreibt also „Was kostet eine neue Dacheindeckung?“ als Überschrift und beantwortet das im ersten Absatz mit einer echten Spanne. Genau solche Passagen werden zitiert, weil sie ohne Umbau in eine Antwort passen.
Schritt 3: Machen Sie Ihre Aussagen zitierfähig
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die überprüfbar wirken. Das erreichen Sie mit vier Zutaten.
- Konkrete Zahlen statt vager Angaben. „Seit 2009″ schlägt „langjährige Erfahrung“.
- Nachvollziehbare Quellen bei Fakten, die nicht von Ihnen stammen.
- Ein sichtbares Datum, damit erkennbar ist, wie aktuell die Information ist.
- Eindeutige Zuordnung, also ein erkennbarer Autor und ein vollständiges Impressum.
Behauptungen ohne Beleg werden seltener übernommen. Das gilt bei Google ähnlich, in der KI-Suche wiegt es aber noch schwerer.
Schritt 4: Strukturieren Sie so, dass Maschinen mitlesen können
Lange Textblöcke ohne Gliederung sind schwer auswertbar. Arbeiten Sie deshalb mit kurzen Absätzen, sprechenden Zwischenüberschriften, Aufzählungen für Kriterien und Tabellen für Vergleiche. Ein FAQ-Bereich am Seitenende ist besonders wirksam, weil er Frage und Antwort direkt nebeneinanderstellt.
Ein Nebeneffekt: Dieselbe Struktur verbessert auch die Lesbarkeit für Menschen. Sie optimieren hier nicht gegen Ihre Besucher, sondern alles auf einer Linie (für Besucher, für Google bzw. allgemein für Suchmaschinen und für KI-Tools).
Schritt 5: Ergänzen Sie strukturierte Daten
Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Zusatzinformationen im Quelltext, mit denen Sie erklären, was auf der Seite steht. Für die meisten Betriebe reichen drei Typen.
- Organization für die Firmendaten, also Name, Adresse, Telefon, Profile.
- LocalBusiness für Betriebe mit Einzugsgebiet, ergänzt um Öffnungszeiten und Geodaten.
- FAQPage für Ihre Fragen-und-Antworten-Bereiche.
Ob die Auszeichnung korrekt eingebunden ist, prüfen Sie kostenlos mit dem Rich Results Test von Google.
Schritt 6: Sorgen Sie dafür, dass andere über Sie schreiben
Dieser Schritt wird fast immer übersehen und ist einer der stärksten. KI-Systeme stützen sich nicht allein auf Ihre eigene Website. Sie werten aus, was sonst im Netz über Sie steht. Erwähnungen zählen dabei häufig auch dann, wenn kein Link dabei ist.
Wirksam sind vor allem einheitliche Einträge in Branchenverzeichnissen, Bewertungen mit Ihren Antworten darauf, Fachbeiträge und Erwähnungen in der Presse sowie ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Wichtig ist die Einheitlichkeit. Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall identisch geschrieben sein, sonst ordnen die Systeme die Angaben nicht sicher zu. Für Betriebe mit festem Einzugsgebiet lohnt sich dazu unser Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit.
Schritt 7: Prüfen Sie, ob es wirkt
Rankings im klassischen Sinn gibt es bei der KI-Suchmaschinenoptimierung nicht. Prüfen lässt sich die Wirkung trotzdem. Stellen Sie den Systemen die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden. Beobachten Sie dann über die Zeit, ob Sie genannt werden und welche Quellen stattdessen erscheinen.
- Fragen Sie in ChatGPT, Perplexity und Gemini nach Ihrer Leistung samt Region.
- Sehen Sie sich an, welche Seiten als Quelle angegeben werden. Das zeigt, wen die Systeme aktuell für glaubwürdig halten.
- Wiederholen Sie das im Abstand von einigen Wochen, weil sich die Antworten laufend verändern.
- Beobachten Sie in Ihren Zugriffszahlen, ob Besucher von KI-Diensten kommen.
Wichtig: Diese Tests sollten Sie auf jeden Fall ohne Login beim KI-Tool oder im anonymen Chat durchführen, damit das Ergebnis nicht verwässert oder verfälscht wird.
Das funktioniert nicht bei der KI-Suchmaschinenoptimierung
Drei Ansätze begegnen uns regelmäßig, die allerdings keine Wirkung zeigen. Massenhaft eingebaute Keywords helfen nicht, weil die Systeme Bedeutung auswerten und keine Worthäufigkeit zählen. Versteckter Text, der nur für Maschinen gedacht ist, verstößt gegen die Richtlinien und kann Ihnen definitiv schaden. Eine llms.txt-Datei allein bringt ebenfalls nichts, solange die Inhalte dahinter schwach sind. Sie ist zwar ein Hinweisschild, aber kein Ersatz für Substanz.
Häufige Fragen und Antworten zur KI-Suchmaschinenoptimierung
Wie lange dauert es, bis ich in KI-Antworten auftauche?
Das lässt sich seriös nicht vorhersagen. Technische Korrekturen wie ein freigegebener Crawler-Zugang wirken teilweise innerhalb weniger Wochen. Der Aufbau von Autorität über Erwähnungen und Bewertungen braucht dagegen durchaus Monate.
Brauche ich für KI eine eigene Strategie neben SEO?
Eine getrennte Strategie für die KI-Suchmaschinenoptimierung brauchen Sie nicht. Die Grundlagen sind dieselben. KI-Sichtbarkeit stellt lediglich zusätzliche Anforderungen an Struktur, Belegbarkeit und Erwähnungen. Wie beides zusammenhängt, lesen Sie in unserem Beitrag zu GEO und SEO.
Zählt es auch, wenn ChatGPT mich nennt, ohne zu verlinken?
Ja, viele Menschen suchen den genannten Namen anschließend selbst bei Google. Die reine Nennung wirkt damit ähnlich wie eine Empfehlung.
Muss ich meine Inhalte für jedes KI-System einzeln optimieren?
Nein, ChatGPT, Perplexity, Gemini und die AI Overviews von Google greifen auf sehr ähnliche Signale zurück. Was für eines der Systeme funktioniert, wirkt in der Regel auch bei den anderen.
Lohnt sich die KI-Suchmaschinenoptimierung für einen kleinen Betrieb überhaupt?
Gerade dort ist es hilfreich. In vielen Branchen und Regionen ist bisher kaum ein Wettbewerber sauber aufgestellt, deshalb genügt oft wenig, um als einer der wenigen genannt zu werden. Wenn Sie neu im Thema sind, lesen Sie zuerst unseren Überblick Was ist SEO?. Er erklärt die Grundlagen, auf denen alles hier aufbaut.
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