Google Quality Update – 7 Thesen und 5 Tipps

Google Quality Update – 7 Thesen und 5 Tipps

Das neueste *beliebige Bezeichnung einfügen* von Google ist in aller Munde. Was ist es denn nun? Ist es ein Update? Ein Qualitäts-Update? Ein Brand-Update? Oder doch ein Phantom Update? Sind es gleich mehrere Updates? Oder doch „nur“ eine Algorithmus-Änderung. Wir haben für euch die wichtigsten Thesen und Ideen zusammengefasst.

These 1: Mobile-Update

Nachdem die Traffic- und Sichtbarkeits-Schwankungen wahrgenommen wurden, lag die Vermutung nahe, dass es sich um eine Auswirkung des neuen Mobile-Updates handeln könnte. Zwar passte diese These bei einigen Webseiten-Betreibern, bei viel zu vielen allerdings nicht. Sie konnte daher sehr schnell entkräftet werden – auch aus anderen Gründen, die wir weiter unten beleuchten.

Übrigens, ob eure Seite für Mobilgeräte optimiert ist, könnt ihr auf dieser Google-Seite testen.

These 2: Brand-Update

Anschließend wurde analysiert, wer oder was beim Update an Traffic und Sichtbarkeit gewonnen und verloren hat. Heraus kam schnell: Brands haben zugelegt, Informationsseiten und Shops Traffic und Sichtbarkeit verloren. Das Fazit war also klar:

Brand-Update stärkt Brands, schwächt Informations- und Shop-Seiten.

Doch so einfach war es leider nicht, denn nicht alle Brands konnten Sichtbarkeit und Traffic gewinnen. Nicht alle Informationsseiten verloren Sichtbarkeit und Traffic. Ganz im Gegenteil: Teilweise gab es auch bei größeren Brands Rückgänge von bis zu 30 % Traffic und bei Informations-, Shop- oder anderen Seiten ein Plus von einer ähnlichen Tragweite. Brand > Info-Seiten? Scheinbar doch nicht.

These 3: Algorithmus-Änderung

Kurz darauf meldete sich Google zu Wort und gab an, dass es sich bei diesen Veränderungen nicht um ein Update handelte, kein Panda, kein Pinguin, gar kein Update. Stattdessen gab Gary Illyes vom Google-Webmaster-Trends-Team an:

Wir haben am Core-Algo einiges verändert. Dinge, die geheim sind, die wir nicht kommunizieren. Dies hat allerdings nichts mit dem Mobile-Update zu tun.

These 1 konnte also offiziell entkräftet werden, These 2 aber eigentlich auch. Irgendwie passte es mit dem Brand-Update aber auch generell nicht so wirklich, da immer noch nicht klar war, weshalb es nur einige Brands getroffen hatte. An der Qualität der Webseiten konnte es nun wahrlich nicht liegen, wenn man sich die Ergebnisse mal anschaut.

Kommen wir also zurück zur Aussage von Illyes: Eine Algorithmus-Änderung, sozusagen eine Änderung des Kerns, wie sich die Suchmaschinen-Rankings berechnen. Klingt erst einmal einleuchtend. Kein Update, sondern eine Änderung. Einleuchtend, aber auch beängstigend. Beängstigend vor allem deswegen, da noch immer nicht klar war, WARUM diese Änderung vorgenommen wurde und nach WELCHEN Kriterien. Es ergaben sich häufiger kleine Muster, doch das „große Ganze“ stand noch nicht fest. Die Suche ging also weiter … und unter uns: So ganz aufgegeben haben viele das Thema Update trotz dieser Aussage auch nicht.

These 4: DC-Update

Martin Mißfeldt von tagseoblog.de hat nach dieser Bekanntgabe von Google in einem Blog-Beitrag die These aufgestellt, dass es sich bei den Änderungen um ein DC-Update handeln könnte. Ein Update, welches es auf doppelte Inhalte – sprich Duplicate Content abgesehen hat. Er ging davon aus, dass es möglich sein könnte, dass Google Duplicate Content nicht mehr als positiven Ranking-Faktor ansehen könnte und dass daher viele Webseiten Traffic und Sichtbarkeit einbüßen mussten.

In den Kommentaren des Artikels ließ sich die These sehr schnell widerlegen, sodass sie zwar einen sehr interessanten Denkanstoß gab, aber wohl nichts mit den neuesten Änderungen zu tun hat. Weiter geht die Suche.

These 5: Phantom-Update bestätigt

Nachdem zahlreiche Thesen aufgestellt und widerlegt wurden und durch Google klar war, dass es am Core eine Änderung gegeben hat, war dies für uns SEOs dennoch nicht ansatzweise zufriedenstellend. Die Frage blieb offen, WAS denn nun geändert wurde oder zumindest nach welchen Kriterien. Logisch, dass Google so etwas nicht kommuniziert, aber immerhin wurde erneut bestätigt, dass es Änderungen gab und dass es dabei darum ging:

… die Qualität einer Webseite besser festzustellen.

Wirklich spannend wäre es natürlich gewesen, wie sich die Qualität entscheidet, aber das erfahren wir selbstverständlich vom Suchmaschinen-Riesen nicht. Halten wir fest: Die Traffic- und Sichtbarkeits-Schwankungen sind demzufolge auf ein Update des Algorithmus-Kerns zurückzuführen. Noch immer hält sich die Meinung, dass Brands gegenüber Informations- und Shop-Seiten bevorzugt wurden – zwar nicht alle, aber immerhin auffällig viele.

These 6: Die ersten Rückläufer

Nachdem es in den SERPs einige Wochen sehr turbulent zugegangen war, beruhigte sich das Thema für einige Webseiten-Betreiber. Es traten sogar vermehrt Meldungen auf, dass der Traffic nicht einfach nur wieder da ist, sondern teilweise auch bis zu 30 % stärker. Hat Google das Update bzw. die Änderung zurückgenommen? Leider nein, denn noch immer verzeichnen viele andere Seiten einen Abwärtstrend oder stagnieren bei bis zu 70 % Traffic weniger. Es muss daher eine erneute Änderung gegeben haben oder zumindest ein paar Schrauben, an denen Google noch einmal gedreht hat. Welche das sind – wie immer unklar.

Bei den Aufsteigern lässt sich kein Muster erkennen, es sind teilweise große Brands darunter, die zu Beginn Traffic verloren hatten, teilweise aber auch sehr kleine Webseiten mit nur wenigen Unterseiten, geringer Sichtbarkeit – Fakten, die die Brand-Update-These schon fast widerlegen. Dennoch bleiben zahlreiche Webseiten-Betreiber zurück, deren Rankings und Sichtbarkeit leider nicht zurückgekehrt ist.

These 7: Qualitäts-Update bestätigt

Immer häufiger meldet sich Google zu Wort und bestätigte nun erneut das Update bzw. die Änderung am Algorithmus. Auch John Müller gab im Google Webmaster Hangout an, dass es dabei um das Thema Qualität ging. Der Grund für die Änderung sollte sein:

Qualität von Webseiten neu bewerten und möglichst die Seiten mit der besten Qualität anzeigen.

Wir hören euren Aufschrei. Ernsthaft? Qualität? Was ist denn Qualität? Ist es qualitativ hochwertig für einen Besucher, zu einem Ratgeber-Thema von dringender Relevanz einen Magazin-Artikel eines Brands vom November 2014 angezeigt zu bekommen? Ist es Qualität, wenn auf Seite 1 ein Frage-Netzwerk angezeigt wird, in dem es um eine Frage aus dem Jahr 2009 geht? Nur allein aufgrund des Textes lassen sich nicht die „qualitativ besten Ergebnisse“ ausfindig machen, daher sind wir nicht der Meinung, dass Google hier beim Qualitäts-Update schon am Ende angelangt ist. Na ja, wir hoffen es zumindest.

Was es jetzt zu tun gibt …

Trotz aller Thesen, die aktuell noch im Umlauf sind (Deutschlandweite Lokalisierung, AdSense-Werbung usw.) sind wir überzeugt, dass Google mit der Qualitäts-Aussage durchaus bestätigt, was tatsächlich stattgefunden hat.

Wir hören daher nun offiziell auf, darüber nachzudenken, WAS es denn für ein Update war, sondern überlegen uns vielmehr, WAS wir nun tun können.

Eines zumindest nicht: In Panik verfallen!

Nein, in Panik ausbrechen solltet ihr keinesfalls. Generell sollten derzeit noch keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Dass es bereits ein paar „Rückläufer“ gab, zeigt bereits, dass Google durchaus noch weiter schraubt oder dass die Änderungen noch nicht final sind. Es kann also für alle Webseiten in jedem Keyword-Bereich nach wie vor hoch- und runter gehen.

Wichtig ist nun ….

1. Macht euch Gedanken darüber, was „Qualität“ für Google bedeutet

Qualität ist ein sehr dehnbarer und interpretierbarer Begriff, da stimmen wir jedem von euch absolut zu. Dennoch hat Google scheinbar ganz persönliche Ansichten darüber, was qualitativ hochwertig ist und was nicht. Da niemand „abgestraft“ wurde, sondern es „nur“ Bevorzugungen von Qualität gab, wäre es nun sehr relevant herauszufinden, WAS eine Seite, die im persönlichen Keywordbereich aktuell ganz oben rankt, so qualitativ hochwertig macht.

2. Qualitätsmerkmale auflisten

Wir raten dazu, derzeit noch keine Änderungen an der eigenen Seite vorzunehmen, obwohl es natürlich sehr verlockend ist. Was heute auf Platz 1 steht, kann morgen schon auf Seite 2 gelistet sein – derzeit ist alles möglich. Aus diesem Grund würden wir aktuell nicht dazu raten, Titel, Meta-Angaben oder gravierende Änderungen am Text oder der Form vorzunehmen, an der Struktur oder ganzen Webseite schon einmal gar nicht. Ihr könnt euch allerdings bereits jetzt alle Merkmale auflisten, die nach Meinung von Google qualitativ hochwertig sind im Vergleich zu eurer Seite. Habt ihr vor der Änderung auf der ersten Seite gerankt? Dann schaut euch an, wer jetzt dort zu finden ist.

  • Sind die Artikel länger?
  • Sind sie besser strukturiert?
  • Haben sie mehr Bilder?
  • Mehr Videos?
  • Wie viele Social-Likes- und Shares kann die Seite aufweisen?
  • Ist es eine bekannte Seite?
  • EMD-Domain oder Brand-URL?
  • Gibt es interne Links und sind diese hilfreich?
  • Verlinkt die Seite extern? Wenn ja, qualitativ hochwertig?
  • Ist Werbung eingebaut? Wenn ja, wo und welche?
  • Nutzt die Seite Affiliate-Links? Wo, welche, wie viele?
  • Sind alle technischen „Details“ korrekt? www-Weiterleitung, Trailing Slash usw.?
  • Gibt es auf den anderen Seiten Fälle von Duplicate Content?
  • Wie sieht das Backlink-Profil der Seiten aus?
  • Wie ist der Schreibstil und die Navigationsstruktur? Könnte daraus eine geringe Absprungrate resultieren?

3. Beobachten, beobachten, beobachten

Habt ihr euch notiert, wie sich die aktuellen Ergebnisse der ersten Seite von eurer Seite unterscheiden, so solltet ihr weiterhin beobachten und abwarten. Verändern sich die Rankings erneut? Welche Seiten hat es getroffen? Versucht herauszufinden, warum es diese Seiten getroffen hat und wer ihre Nachzügler sind?

4. Mit den Änderungen warten

Sollte es in 1-2 Monaten (diese Zeitspanne würden wir empfehlen) immer noch so sein wie aktuell, dann können wir davon ausgehen, dass nicht sonderlich viel zurückgenommen wird. Google scheint dann die Änderungen durchgezogen zu haben und wir müssen damit leben und uns entsprechend anpassen. Bis dahin sollte für jeden Webseiten-Betreiber klar sein, nach welchen Richtlinien bzw. qualitativen Kriterien die Top-10 ausgewählt wurden. Ob das nun qualitativ hochwertig ist oder totaler Mist, das sei einmal dahingestellt, ändern können wir es ja sowieso nicht, daher bleibt einem Betreiber einer Webseite nur die Option, sich entweder unabhängiger von Google aufzustellen (Social Media, E-Mail-Marketing etc.) oder sich den neuen Spielregeln unterzuordnen.

5. Zum Brand werden

Unabhängig aller Änderungen ist eines bereits jetzt klar. Google bevorzugt Brands. Zwar noch lange nicht alle Brands und auch sicherlich nicht jede ihrer Seiten, sondern dennoch in Abhängigkeit „ihrer persönlichen Qualitätsrichtlinie“, aber es ist Fakt, dass es massiven Zuwachs von Marken in den SERPs gegeben hat. Das lässt sich in keiner Weise wegdiskutieren. Fakt ist daher, dass es positiv ist, zum Brand zu werden. Das ist natürlich keine Sache von einigen Tagen, Wochen oder Monaten, sondern ein fortlaufender, aufwendiger und sehr aktiver Prozess. Es geht bei der rein keyword-optimierten Domain-URL los, geht über die fehlenden Social-Media-Profile und hört beim Content-Marketing und dem erfolgreichen „Tam Tam“ im Netz auf. „Ein Brand werden“ – keine einfache Sache, aber mit einer gelungenen Strategie und vor allem etwas Geduld für viele Seiten machbar.

Habt ihr noch weitere Thesen zum Update oder weitere Tipps dazu, wie Webseiten-Betreiber nun verfahren sollten? Immer her mit euren Kommentaren. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion!

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